PROJEKT PORZELLAN

Auf Einladung des Direktors des Keramischen Zentrums, Klaus Lehnhäuser hat Mykhailo Demtsiu sein Projekt fortsetzen können, die Leinwand gegen keramisches Material zu tauschen.Diesmal ist das Projektthema Porzellan, was eine neue Herangehensweise erfordert. Hier heißt es insbesondere Raum für das fürstliche Weiß zu lassen und nicht flächendeckend zu arbeiten. Die Ergebnisse können sich sehen lassen und zeigen wie einfühlsam der Künstler mit neuem Material umgehen kann.


Klaus Lehnhäuser und M. Demtsiu

Der erste Versuch

Der erste Versuch im Keramischen Zentrum, dort hatte man Material und Farben besorgt und M. Demtsiu ging vorsichtig ans Werk. In der Vorbereitung für dieses Projekt, in dem er sich mit dem für ihn noch fremden Material Porzellan anzunähern versuchte, u.a. mit einem Besuch in der Porzellanmanufaktur Meißen, hatte der Künstler sich für Blau als die für ihn wahre Farbe für das königliche Material entschieden. Es entstanden zur Vorbereitung einige Aquarelle nur in Blau-Weiß. Ebenso brachte Mykhailo Demtsiu ein Buch über ukrainische Porzellandekore mit, er wollte sich klassisch dem neuen Maluntergrund nähern. Mit gutem Ergebnis!




Farbwerkstatt

Auf Nachfrage von Klaus Lehnhäuser, wo denn Demtsius Markenzeichen - die Farbe - bleibe, bereicherte sich die Palette bald in gewohnter Form.




Die Werkstatt füllt sich

Immer neue Formen probierte Demtsiu aus, aber es entwickelte sich klar zum reduzierten Bild.




Gemeinsame Freude

Neugierig wurde die Arbeit von den Studenten verfolgt, Farbe findet Freunde!




Der rote Hahn

Dieser rote Hahn ist der vierte aus einer Reihe von Hähnen, die am dritten Tag im Keramischen Zentrum entstanden. Der erste Hahn war noch klassisch umzingelt von einem gelben Rand, stand brav in der Tellermitte und strotzte vor Farbe. Der zweite Hahn bewegte sich schon freier, der dritte hatte überhaupt einen unbearbeiteten Rand und der rote Hahn entstand dann aus freien Farbstrichen mit Pinsel, Spachtel und Fingern. Das Foto zeigt den Hahn unmittelbar nach seiner Vollendung und damit ungebrannt.




Vase mit Tanzmotiv

Das Motiv der Vase entstammt einem Hochzeitsbild, das so umgesetzt wurde, dass dem weißen Porzellanuntergrund Rechnung getragen wird und die Bewegung des Tanzes die gesamte Vase erfaßt. Die fliegenden Bänder beginnen am oberen Vasenhals und umziehen die gesamte Vase. Sie verbinden die Gesichter der Hochzeitsgesellschaft, nehmen das Weiß auf und verstärken den dynamischen Schwung in der Betrachtung.


Tanz

Blau-weiß

Diese Platte entstand nach einem Aquarell, der strenge Aufbau wurde gewahrt, anfänglich nur mit dem Pinsel gearbeitet. Der Pinselstrich gibt den Gesichtern einen besonders weichen Ausdruck, auch nach dem Brand ist der Strich mit jedem Haar zu sehen.


Farbauftrag mit Pinsel

Neue Wege

Völlig neue Effekte erzielte Demtsiu, indem er mit dem Spatel die Farbe auf das Porzellan auftrug und verwischte.


Arbeit mit dem Spatel

Arbeit mit dem Finger

Einige Übergänge verwischte M. Demtsiu mit dem Finger. Auf Anregung der Künstlerin Rita de Nigris ritzte er teilweise in den angetrockneten Farbauftrag mit der oberen, spitzen Seite des Pinsels Konturen.




Dekor auf Schale

Nach den ersten Versuchen auf Tellern und Platten hat sich Demtsiu mit großer Freude der dritten Dimension gewidmet und eine moderne Form - Suomi von Rosenthal - in seine Arbeit integriert. Hier hat er wieder das Motiv von dem Aquarell verwendet, Gesichter gelingen auf dem weißen Porzellanuntergrund hervorragend und die vier Seiten der Form in Blau gestaltet, mit jeweils einem roten Farbtupfer versehen. Die Fotos zeigen das ungebrannte Ergebnis der Arbeit.




Dekor auf Schale mit Rot

Demtsiu hat auf der Form Suomi von Rosenthal eine ausgesprochen feine und konzentrierte Ausdrucksweise gewählt, die sich in die Sprache des Porzellans einfügt und beide Teile, sein Bild und die Form zu einem harmonischen und gleichwertigen Ganzen fließen läßt.




Arno Hastenteufel übernimmt den nächsten wichtigen Gang bei der Porzellanherstellung - den Brand. Gespannt sind alle!


Zitterpartie am Ofen

Rita de Nigris, Künstlerin und Leiterin der Dekorabteilung im Keramischen Zentrum, ist beim Öffnen der Öfen dabei. Immer wieder ein spannender Moment, vor allem wenn mit Farbe gearbeitet wird!


Freudige Überraschung!

Das Motiv ist gelungen und hat nicht an Farbigkeit verloren.


Gelungen?!

Bei genauem Betrachten hat der dicke Farbauftrag dazu geführt, dass Teile der Glasur abgesplittert sind.


Der kritische Blick

Na, aber dieser Kerl ist durch und durch gelungen, wie auch die ganze Serie der Hähne!


Prachtkerl!








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